Unser Ort - Roge

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Zahlen, Daten, Fakten

 

23730 Roge

 

 

220 Einwohner auf 1km² Fläche

 

Entferungen: 

 

- ca. 4km bis Neustadt (Ostsee)

- ca. 3km bis Sierksdorf (Ostsee)

 

Die Geschichte

Roge,
der Ortsname ist erstmalig 1312 als Rogae, 1318 und später als Roghe überliefert.

Er entspricht der slavischen Bezeichnung für Horn und würde eine entsprechende Kennzeichung für die Ortslage aus einem vorspringenden Höhenrücken sein. Der Name für das in der Nachbarschaft 1416 erstmalig erwähnte Rogesdorf wäre dann als eine Ableitung davon zu verstehen.

 

Wie in anderen Dörfern ist auch in Roge von Beginn der Neubesiedlung an die Anlage eines Adelshofes anzunehmen. 1226 wird in einer Eutiner Urkunde ein Ritter von Roghe genannt. Die Ritterfamilie Hake, welche in der ganzen Umgebung großen Landbesitz aufwies, vor 1318 an Neustadt den später sogenannten Vorderen Holm veräußert hatte, verkaufte 1336 Roge und das Dorf Holm an den Bischof Heinrich von Bochholt.

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Während Holm schon 1351 an Neustadt weiterverkauft wurde und dabei ein Viertel Acker (1/4 Hufe = ca. drei Hektar) von der Roger Feldmark mit in Neustädter Eigentum überging, blieb Roge bis 1410 in bischöflichem Besitz. Dann kam es durch einen Gütertausch an Marquard v. Siggen, "da es wegen seiner großen Entfernung von den bischöflichen Besitzungen nur von geringem Wert für das Bistum war" (Rothert). Noch 1514 stand zu Roge der adlige Hof, auf dem damals Hartwig v. Mestrop wohnte. - Als nach dem Tode von Marquard v. Buchwaldt, seßhaft auf Sierhagen, unter seine Söhnen 1548 der Besitz aufgeteilt wurde, gehörte Roge mit Altona, Sierksdorf und Pohnsdorf zum Hof Rogesdorf, dem Vorgänger von Oevelgönne. Roge verblieb kein Gut, die Einwohner waren bis zu Aufhebung der Leibeigenschaft 1802 dienstverpflichtet. Dann wurden die Bauern Erbpächter.

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1857 erfolgte die Eigentumsübertragung mit Vorkaufsrecht der Oevelgönner Gutsherrschaft. Um die Kosten der Betriebsumstellung aufzubringen, verkaufte der Oevelgönner Gutsbesitzer von Neergaard 1801 an Sierhagen 76 Tonnen Pflug- und Wiesenland ostwärts des Dorfes zwischen den Sierhagener Weg und dem Binnenwasser. Sierhagen erbaute dort die Katen Rogerfelde, die aber weiterhin beim Kirchspiel Süsel und Schuldistrikt Roge blieben. Seitdem grenzt die Roger Feldmark nicht mehr ans Wasser.

 

In den Jahren 1896 bis 1915 kaufte der Provinzialverband für den landwirtschaftlichen Betrieb der damaligen Heil- und Pflegeanstalt in Neustadt insgesamt 100 Tonnen guten Ackerboden auf.
Zum Dorf gehörte die Pohnsdorfer Mühle, bei deren Landflächen mehrfach Veränderungen mit Wintershagen erfolgten. Die Hufenzahl war schwankend, 11 bis 12 Hufen im 17. Jahrhundert, nach dem Süseler Kircheninventarium von 1780 neun Vollhufen und eine Halbhufe. 1856 werden aufgeführt acht Vollhufen, fünf Halbhufen, eine Kate mit und elf Katen ohne Land. 1908 hat sich die Anzahl verringert auf eine Doppelhufe und drei Hufen, eine weitere Hufe war parzelliert.

Heute befinden sich in Roge im Dorf selbst nur noch drei Bauernhöfe. Über die Gemeindegrenzen hinweg haben die Roger Bauern weitere Flächen nach Kauf oder Pachtverhältnis bewirtschaftet.
Die Schule wurde 1972 geschlossen.

 

Quelle: "Chronik Amt Neustadt-Land"